Wir wollen ein neues Archiv und eine neue Ausstellung erarbeiten!

Seit den Vorwürfen gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann 2023 haben wir unser Engagement gegen Gewalt und Machtmissbrauch in der Musikbranche verstärkt. Gemeinsam mit Aktivist*innen und Vereinen thematisierten wir die strukturellen Probleme der Branche in Medien und Diskussionsformaten. In Kooperation mit musicmetoo.de entwickelten wir eine Ausstellung mit anonymisierten Betroffenenberichten, die u.a. auf dem Reeperbahn Festival 2023 und dem Wellemachen Festival 2024 gezeigt wurde. Die Ausstellung wurde auch von anderen Veranstaltenden übernommen. Auf Basis freiwilliger Angaben der Betroffenen veröffentlichten wir Auswertungen und Magazinbeiträge.

Das Format erwies sich als wirkungsvolle Form, um Diskriminierung und Machtmissbrauch sichtbar zu machen, während es den Besuchenden Raum für individuelle Auseinandersetzung ließ.

Damit das Thema und die Erfahrungen der Betroffenen nicht in Vergessenheit geraten, wollen wir erneut eine Plattform für das anonyme Teilen von Erfahrungen mit verschiedenen Formen von Diskriminierung¹​​​​​​​​​​​ und Machtmissbrauch¹​​​​​​​​​ in der Musikbranche schaffen. Die anonymen Betroffenenberichte sollen in unserem Onlinearchiv auf der Webseite, auf Instagram und im Rahmen der Ausstellung veröffentlicht werden.

Alle Betroffenen entscheiden selbst auf welchen Kanälen sie ihre Erfahrung geteilt wissen möchten!

Diskriminierungserfahrungen sind vielschichtig ausgeprägt – mehrere Ausprägungen sind sehr häufig miteinander verschränkt (Intersektionalität). Diskriminierung ist strukturelle Gewalt in Form von u.a. ​Sexismus¹,​​​​​​​​ Klassismus¹​​​​​​​, Rassismus¹​​​​​​, Ableismus¹​​​​​, Antifeminismus²​​​, Altersdiskriminierung¹​​ oder Trans*feindlichkeit¹.

Dabei entscheiden die Betroffenen allein, für welchen Part sie ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen! Eine bereits erteilte Zustimmung kann jederzeit auch wieder zurückgezogen werden.

Der Schutz der Anonymität steht an oberster Stelle – deswegen nutzen wir für die Übermittlung der Berichte ein DSGVO-konformes Tool und prüfen jeden Bericht anhand eines, mit Jurist*innen ausgearbeiteten Leitfadens, ob eine Veröffentlichung folgenlos bleibt.

Worum geht es uns bei diesem Projekt?​

  • Wir wollen das strukturelle Ausmaß von Diskriminierung und Machtmissbrauch in der Musikbranche sichtbar machen und damit den Mythos vom „bedauerlichen Einzelfall“ entkräften und Handlungsdruck erzeugen.
  • Wir wollen den Erfahrungen von Betroffenen eine Plattform geben, damit sie nicht vergessen werden während Täter*innen sich medial, gesellschaftlich und ökonomisch wieder rehablitieren und viel Aufmerksamkeit bekommen.
  • Wir wollen insbesondere auch  Diskriminierung aufgrund ostdeutscher Herkunft sichtbar machen, da das bisher kaum in der Musikbranche diskutiert wurde, und rufen daher explizit dazu auf Erfahrungen diesbezüglich einzureichen.

  • Wir wollen der Bagatellisierung von Diskriminierungserfahrungen in der Musikbranche („Du musst im Business einfach ein dickes Fell haben“) entgegenwirken, den Druck von den Betroffenen nehmen („Du musst dich empowern“) und stattdessen an die Verantwortung der Täter*innen appellieren.

Was möchten wir umsetzen

Datenschutz

Eindrücke unserer bisherigen Arbeit zum Thema

Quellen:
¹ https://awareness-akademie.de/glossar/
² https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/infopool-rechtsextremismus/558421/was-ist-antifeminismus/